Steffi von Wolff - Fremd küssen

Klappentext:

 

»›Carolin hatte Sex‹, brüllt mein lieber Kollege ins Mikro, ›und der Typ hat so laut gestöhnt, dass die Pfandflaschen von der Spüle gefallen sind!‹ Im Studio klingelt das Telefon. Yvonne aus Ettrichshausen wünscht sich für ihren verstorbenen Wellensittich das Lied ›Time to say good-bye‹. Und übrigens, was ich gern noch mal wissen wollte: Fragt mich jemand, ob ich ihn heiraten möchte, wenn ich verspreche, nein zu sagen? Hallo? Hallo ...?«

 

Rezension:


„Lesen Sie dieses Buch nicht im Bett. Sie werden vor Lachen herausfallen.“

 

Als ich diesen Satz auf den Rücken des Buches gelesen habe, dachte ich mir das es nur lustig sein kann dieses Buch zu lesen. Der Klappentext war vielversprechend, lediglich das Cover finde ich nicht besonders aussagekräftig. Aber das sollte mich nicht stören. Zu meinem Glück hatte mir es Tine begeistert geliehen, als wärmste Empfehlung.

 

Schon der erste Satz lies mich laut auflachen, es war also vielversprechend. Wir lernen in „Fremd küssen“ eine junge Radioreporterin namens Carolin kennen. Aus einer Laune heraus erspinnt sie sich eine Idee mit einer wildfremden, wenig vertrauensweckenden Person einen Swinger Club zu eröffnen! Und damit hört leider der Spaß der Geschichte auf! Die Geschichte wird zwar aus Carolins Sicht in der Ich-Form dargestellt, das hilft mir aber leider in dieser Form auch nicht weiter  mit Carolin warm, zu werden! Carolin ist hoffnungslos naiv, ja schon fast dumm, kümmert sich um nichts was den Swinger Club betrifft, denkt nur über ihr Gewicht nach, isst weiter hemmungslos, obwohl sie sich zu dick fühlt, und trinkt natürlich viel zu viel Alkohol. Das wäre alles nicht so schlimm, wenn sie es uns nicht in jeden gefühlten zweiten Satz, die Ohren wegen des Gewichtes oder ihres Alkoholkonsums volljammern würde! Überhaupt ist dieses Buch ein einziges Gemecker, und ich erwischte mich mehrmals das ich Carolin am liebsten geschüttelt und gesagt hätte „Werd erwachsen, du nervst“

 

Die Personen die Carolin umkreisen, als Freunde, sind durch die Bank genauso verrückt, durchgeknallt, anstrengend und hemmungslos übertrieben wie die Protagonistin selbst. Der eine ist ein Albino, Homosexuelle sind dabei,  der nächste voller Tattoos und ja der bekommt den Kredit und stellt sich trotz des Aussehens natürlich als der ideale Geschäftsmann raus. Sämtliche Chick Lit Klischees und Vorurteile gegenüber „Randgruppen“ werden hoffnungslos übertrieben bedient und ausgeschlachtet. Und das ist in meinen Augen einfach zu viel des Guten. Und so zieht es sich leider durch das ganze Buch. Ich habe es mehrmals weggelegt wieder aufgenommen, und mich letztlich für eine Rezension durchgekämpft. Aber zum Lachen war mir leider nicht mehr.

 

Der Schreibstil selbst hat mir gar nicht behagt! Abgehakt, unrund und voller überflüssiger Informationen! Vieles erschien mir hingeschrieben ohne das es die Handlung vorantreibt oder beeinflusst! Einfach nur um Zeilen zu füllen, damit das ganze mehr als eine Kurzgeschichte ist!

 

Natürlich ist mir bewusst das Chick Lit von Übertreibungen lebt, aber dieses Buch ist eine einzige Übertreibung. In dem Falle ging die Meinung von Tine und mir einmal gnadenlos auseinander, aber das ist auch gut so. Und weil der Ansatz für eine nette Geschichte vorhanden war, diese lediglich in meinen Augen nicht umgesetzt wurde, werde ich dem Buch trotzdem noch einen Schmetterling geben!

 

Nici

 

Dieses Buch ist bereits in der 10. Auflage als Printausgabe und auch als E-Book erhältlich.

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