Anja Goerz - Mein Leben in 80B

Klappentext:

 

Manchmal muss man im Leben ein bisschen nachwürzen. Ehemann, zwei Kinder, Haus mit Garten … Ilse führt ein ziemlich durchschnittliches Leben. Zwar hat sie einen pikanten kleinen Nebenjob als Veranstalterin von Dessous-Partys, doch das bedeutet auch nur, dass sie abends bei Prosecco trinkenden Hausfrauen auf dem Sofa sitzt, die mehr oder weniger heiße Unterwäsche kaufen – meist in 80 B. Dann aber wird ihr Leben aus der Bahn geworfen: Während eines Kurzurlaubs bei ihrer besten Freundin Elissa auf Sylt lernt sie Oke kennen, einen charmanten jungen Sternekoch, der sie nicht nur in kulinarischer Hinsicht geradezu verzaubert …

 

Rezension:

 

Mein Leben in 80b schildert auf humorvolle Weise das Leben der Ilse aus deren Perspektive. Gerade auf direkten Weg zur 40 fährt Ilse zu ihrer Freundin Elissa nach Sylt. Da Elissa als Restaurantkritikerin viele Leute kennt, kommt auch Ilse in den Genuss einiger faszinierender Begegnungen, unter anderem den jüngeren Oke! Der beginnt für Ilse zu schwärmen und sie für ihn, wäre da nicht die Familie die zu Hause auf sie wartet. Im Zwiespalt der Gefühle beginnt Ilse ihr Leben im Durschnitt in Frage zu stellen.

 

Insgesamt fand ich den Roman über das durchschnittliche Leben der Ilse gar nicht so durchschnittlich. Schon allein die Namen ließen mich Schmunzeln und gaben den Roman von vornherein eine sehr humorvolle Note und passen wunderbar zu den Charakteren, die mir alle recht sympathisch waren. Gerade in Ilse dürften sich ja doch einige Frauen wieder finden, sind wir doch alle ein bisschen Ilse. Lediglich mit der besten Freundin Elissa bin ich nicht sonderlich warm geworden. Ihr fehlt Ilse gegenüber die Herzlichkeit die ich von einer besten Freundin einfach erwarte. Der „Aha Kenn ich“ Effekt bleibt dennoch durch das ganze Buch erhalten. Die Idee mit den Dessous finde ich wirklich spitze, vor allem die zusätzlichen Beschreibungen gaben dem ganzen zusätzliche Würze. Die Entwicklung des Buches zum Schluss ist allerdings etwas vorhersehbar, und als außenstehender Leser erkennt man eigentlich sofort die Tatsachen, während unsere Protagonistin von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt. Aber durch den humorvollen Schreibstil, die gute Charakterauswahl (bis auf Elissa), die herrlichen Orte und das leckere Essen ist dieser Roman absolut lesenswert und ein genüssliches Lesevergnügen.

 

Zum Schluss des Buches finden sich Rezepte für Gerichte denen man im Buch immer mal wieder begegnet. Wer Spaß am Kochen und Lesen hat findet damit eine gekonnte Kombination aus beiden.

 

Nici


 


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