Premierenlesung von Britta Orlowskis "Zitronentagetes"

Operation „Rettet die Schriftstellerin“ erfolgreich

 

Endlich war es soweit. Die von vielen lang ersehnte Premierelesung zum dritten Band von Britta Orlowski um die kleine Küstenstadt St. Elwine und deren Bewohner fand am 2. November um 19:30Uhr im Gutshof Milow statt.

Ich besuchte Britta allerdings schon 2 Stunden vorher, da ich noch ein kleines Interview mit ihr führen wollte. Als ich um 17:30Uhr bei ihr ankam, traf ich auf eine vor Nervosität völlig aufgelöste Britta. Schnell war klar – die Situation kann nur ein Pampelmusentee retten. Also kochten wir uns einen und setzten uns gemütlich auf die Couch. Nun sei dazu gesagt, dass Britta und ich uns schon eine Weile kennen und inzwischen Freunde geworden sind.

 

Zum Interview:

 

1. Hallo Britta, inzwischen steht die Premierelesung zu deinem dritten Werk der Reihe um die Kleinstadt St. Elwine an. Wie fühlst du dich dabei? Und gibt es einen Unterschied zu den vorhergehenden Teilen „Rückkehr nach St. Elwine“ und „Pampelmusenduft“?

 

Britta: Stolz, ängstlich und froh. Ein Unterschied vom Gefühl her gibt es eigentlich nicht. Es ist bei jeder Lesung ähnlich. In den Büchern jedoch könnte sich ein Unterschied abzeichnen. Ich möchte nur nicht zu viel vorgreifen und den Leser entscheiden lassen. Wie immer liegt Schönheit oder Gefallen im Auge des Betrachters

 

2. Was hat dich dazu bewogen Floriane als Hauptprotagonistin des neuen Teils „Zitronentagetes“ auszuwählen?

 

Britta: Von Anfang an war klar, dass Floriane ein eigenes Buch haben muss. Diese Figur ist mir besonders ans Herz gewachsen weil wir einen ähnlichen Hintergrund haben. Und die Figur bietet genug Potenzial um sich weiterzuentwickeln. Mal davon abgesehen haben die Leser schon im zweiten Band erwartet endlich mehr über Flo zu erfahren, wie mir oft genug mitgeteilt wurde.

 

3. Haben die Handlungen aus den Romanen etwas gemein mit deinen eigenen Erlebnissen? Bei Floriane erweckt das schon ein wenig den Eindruck. *zwinker*

 

Britta: Jede der Figuren in meinen Büchern hat an irgendeiner Stelle etwas gemein mit mir selbst. Aber ich kann mich auch gut in andere Menschen hineinversetzen und „stehle“ natürlich Empfindungen, Gesten, Erlebnisse und wandle sie etwas um. Ansonsten beginnen die Figuren mindestens nach den ersten 100 Seiten ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Nicht selten hatte ich anderes mit ihnen im Sinn.

 

4.  Erzähle uns doch kurz warum du dich für eine amerikanische Kleinstadt als Handlungsort deiner 3 Romane „Rückkehr nach St. Elwine“, „Pampelmusenduft“ und „Zitronentagetes“ entschieden hast?

 

Britta: Der Hauptgrund ist, dass in den USA Patchwork und Quilten eine Volkskunst ist. Außerdem analysiere und plane ich den Plot nicht genauestens, denn so verrückt es klingen mag, die Geschichten sind einfach in mir und es steht Ort und Zeit längst fest, bevor ich mir darüber Gedanken mache.

 

5. Wird es noch weitere Geschichten aus St. Elwine geben?

 

Britta: Ja, es sind bereits mehrere Ideen da, aber vorerst reizen mich andere Geschichten, die regionalen Bezug zum Havelland haben. Dennoch habe ich immer vor Quiltelemente zu verwenden, so subtil, zum Setting (Rahmenhandlung) gehörend, wie in der St. Elwine – Serie.

 

6. Liegt dir noch etwas auf dem Herzen, dass du deinen Lesern gerne sagen möchtest?

 

Britta: Es wäre schön, wenn an Büchern im Allgemeinen, nicht nur an meinen, keinerlei Erwartungen geknüpft sind. Sondern der Leser stattdessen offen ist für Überraschungen oder einem Crossover verschiedener Genre. 

 

Während des Interviews entspannte sie sich um einiges. obwohl immer noch eine gewisse Unsicherheit blieb. Langsam ging es dann in den Endspurt. Schnell noch die überaus wichtige Quiltdecke eingepackt und los.

 

 

Im Gutshof angekommen, wurde ich überaus freundlich mit einem Gläschen Sekt (oder wahlweise auch Orangensaft) begrüßt. Natürlich gab es auch einen kleinen Eintritt zu entrichten. Überall hingen wundervolle Quilts in warmen Farben zum Thema Herbst. Aber auch Winter bzw. Weihnachten war als Thema vertreten. Sie verliehen dem Raum ein wunderbares Flair und eine Romantik, die man sonst nur in Brittas Romanen wiederfinden kann. 

 

 

Nach und nach füllte sich der Raum und ihre anfänglichen Befürchtungen, dass keiner zu ihrer Lesung erscheinen würde, sah ich in ihren Augen verpuffen. Ihr Platz war bereits hergerichtet mit ihrem berühmten Quilt, der jedes Buchcover ziert. Die gute alte Leselampe war auch mit von der Partie.

Sie selbst trug übrigens ein sehr hübsches rotes Kleid mit passenden Accessoires und wirkte darin sehr edel.

 

Inzwischen saßen schon ca. 65 Leute auf ihren Plätzen und warteten auf den Beginn der Lesung. Einige kauften sich schon vorher das Buch und ließen es direkt signieren. Es herrschte ein leises Gemurmel. 

 

 

Um 19:45Uhr ging es dann endlich los. Die Menge schwieg und hing Britta förmlich an den Lippen. Sie las einige kurze Stellen aus ihrem Roman vor. Unter anderem den Prolog, die kurze Vorstellung ihrer Hauptprotagonisten, eine Quiltszene und eine leicht erotisierende Saunaszene.

 

Am Ende fragte sie ihr Publikum ob sie zum Buch oder ihrer Person noch Fragen hätten. Als keiner sich meldet, galt der offizielle Teil als beendet. Sie bekam als Dankeschön von der Leiterin der Bibliothek einen hübschen Blumenstrauß und auch einige Zuhörer übergaben Blumen und Glückwünsche.

 

Nach der Lesung gingen auch noch mal ein paar Bücher in neue Hände. Und jeder wollte sein Buch auch noch signiert haben. Es wurden auch ein paar Bilder mit den Lesern geschossen. Wer nun bei der Autorin stand, stellte dann doch noch die eine oder andere Frage. 

 

Und am Ende des Abends verließ ich eine bis über beide Ohren strahlende Britta.

Bis zur nächsten Lesung

Lotti

 

 

 

 

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Britta Orlowski (Samstag, 03 November 2012 15:51)

    Hach Lotti, das hast Du aber schön geschrieben. Ich danke Dir von Herzen. Auch dem Rest des ChickLit & Romance Team gebührt mein Dank - besonders für Eure Ideen und Eurer Begeisterungsfähigkeit.

  • #2

    Petra A. Bauer (Samstag, 03 November 2012 17:47)

    Das klingt nach einer wirklich schönen Veranstaltung.
    Noch ein Tipp wegen der Fragen am Ende:
    Ich bin dazu übergegangen die Veranstalter vorher zu bitten, sich eine Frage auszudenken, die sie ggf. stellen könnten, wenn sich niemand meldet. Dann trauen sich die anderen nämlich meist auch. Es scheint eine riesige Hemmschwelle zu geben, zuerst eine Frage zu stellen - warum auch immer.
    Liebe Grüße
    Petra

  • #3

    Anita Friedrich (Samstag, 03 November 2012 18:34)

    Herzlichen Glückwunsch zu der gelungenen Veranstaltung. Wir wussten, dass du Erfolg haben würdest.
    Anita

  • #4

    Rosita Hoppe (Sonntag, 04 November 2012 11:48)

    Liebe Lotti,
    danke für deinen tollen Bericht.
    Und liebe Britta, ich wusste doch, dass du das wupps. ;-) Ganz herzlichen Glückwunsch zu deinem Erfolg. Immer wieder schade, dass du so weit weg liest.
    LG
    Rosita