[Rezi] Nancy Salchow - Das Luftblumenhaus

Kurzbeschreibung:

 

Wäre die Liebe ein Mensch, dann vermutlich ein übergewichtiger kleiner Mann, der mit Pfeil und Bogen auf die Herzen von Menschen schießt. 
Wäre sie ein Ort, dann wahrscheinlich ein Haus. 
Das Haus, in dem ich lebe. 

Als professionelle Songtexterin könnte Tina es sich aussuchen, welche Aufträge sie annimmt. Trotzdem gelingt es ihr nicht, das Angebot von Piets Band abzulehnen – Piet, der Mann, der einst ihr Herz gebrochen und inzwischen ein Kind mit einer Anderen hat. In einem Ferienhaus an der Ostsee, ihrer alten Heimat, versucht sie, in völliger Abgeschiedenheit an den Texten für das Album der Band zu arbeiten. Doch beim Schreiben suchen Tina seltsame Ahnungen heim. Fast scheint es, als läge eine Energie in der Luft, die all die Emotionen auffängt, die je von Menschen in das kleine Haus am Meer getragen wurden. Und während die Geschichten des Hauses unerklärlichen Einfluss auf Tinas Texte nehmen, überkommt sie eine unfassbare Erkenntnis: Es ist die Liebe höchst selbst, mit der sie unter einem Dach lebt. Und die hat einiges mit ihr vor.

 

Rezension:


Tina sucht Ruhe zum Texten und flüchtet sich in ein tolles Ferienhaus an der Ostsee. Doch gerade das, wonach Tina sucht, findet sie dort nicht. Leise Stimmen und kleine Gesprächsfetzen kommen Tina entgegen. Und diese Stimmen nehmen sie besonders gefangen während sie versucht für ihre große, leider derzeit unerfüllte Liebe Songtexte zu schreiben. Dadurch schleichen sich die Worte nicht nur in ihr Herz, sondern auch zu Papier. In dieser Zeit im „Luftblumenhaus“ muss sich Tina allerdings nicht nur mit den Stimmen und ihrer Sehnsucht nach Piet, ihrem Seelenpartner, auseinandersetzen, sondern auch mit der Vergangenheit und ihren Personen. An ihrer Seite steht ihr früherer Deutschlehrer, den sie durch Zufall trifft. Noch ahnt sie nicht dass er tiefer in die Geschichte eingebunden ist, als er glaubt.


Nancy Salchow hat mit „Das Luftblumenhaus“ einen Liebesroman der anderen Art geschrieben. Hier stehen weniger die Protagonisten Tina und Piet im Vordergrund als das Haus selbst. Es ist ihr gelungen die Stimmung der frühsommerlichen Tage wunderbar einzufangen, und den Leser mit der Geschichte davon zu tragen. Dabei empfindet man Tina selbst als eine Frau voller Emotionen, die jedoch gerade in den Tiefen ihres Körpers verborgen schlummern. Und gerade das macht sie für die Schwingungen des Hauses besonders empfindlich, wodurch sie die Botschaften verstehen und entschlüsseln kann. Nancy Salchow versteht es der Liebesgeschichte einen mysteriösen Touch zu geben, ohne unglaubwürdig zu wirken. Besonders die Fähigkeit den Leser mit zu nehmen und das Gefühl zu vermitteln er steht selbst neben dem Haus und erlebt die Geschichte hautnah, spürt den Wind und hört die Stimmen hat mich sehr beeindruckt.

 

Nici

 

Bildnachweis Buchcover: Foto oberer Teil Himmel © adimas ? Fotolia.com, Foto Haus und unterer Teil Himmel: © DeVIce ? Fotolia.com

 

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