[Rezi] Michaela Grünig - Wie ich Brad Pitt enführte

Kurzbeschreibung:

 

Vicky Leenders, die verwöhnte und etwas naive Tochter eines reichen und einflussreichen Kölner Geschäftsmannes, verliebt sich in Tom Schneider, dem Star einer TV Soap-Opera, die in der Kölner Südstadt spielt. Da für sie die Grenzen zwischen Fiktion und Realität nicht immer eindeutig verlaufen, hält sie das Alkoholproblem, mit dem Tom sich laut der Regenbogenpresse herumschlägt, für echt, und entführt ihn kurzerhand, um ihn zum Entzug zu zwingen. Über ihre Abenteuer bei dieser Entführung schreibt sie in einem Blog.

Natürlich bleibt diese Entführung nicht unbemerkt, sie ruft die Polizei und einen Reporter des lokalen Boulevardblatts auf den Plan…

 

Quelle: Amazon und Droemer Knaur  

Rezension:

 

Vicky, Ende 20, reiche Tochter findet ihr Leben gar nicht langweilig! Zweimal die Woche geht sie zum Dr. Mayer, ihre Freundin Linda ist auch immer für sie da, und ansonsten lebt es sich auch mit Shoppen und Geld ausgeben ganz gut. Nun gut doch eigentlich ist das langweilig, aber seit sie Tom Schneider in „Südstadt“ gesehen hat, hat sie ein ganz neues Hobby gefunden. Tom Schneider ist wundervoll, attraktiv und so furchtbar herzlich. Hätte er doch nicht dieses Alkoholproblem. Also muss sich Vicky etwas einfallen lassen.  Kurzerhand wird er ans Bett gefesselt. Aber irgendwie findet der Tom Schneider das alles gar nicht so schlimm. Als sich dann Linda auch noch einmischt, und Kriminaloberkommissar Max auftaucht wird es Vicky dann doch angst und bange. Als dann auch noch Stefan, ihr Ex-Freund, auftaucht, nimmt das Schicksal seinen Lauf …


Der junge Frank Hagedorn wird vermisst. Von seiner Verlobten, die allerdings einiges älter ist. Nicole und Max nehmen den Fall auf, der aber nicht weiter interessant erscheint. Erst als in der Wohnung von Frank Hagedorn Blut gefunden wird, wird aus dem Vermissten Fall eine ernsthafte Anzeige. Doch Max wird zu dem Entführungsfall Tom Schneider abkommandiert und so muss Nicole allein ermitteln. Dabei findet sie Fotos vieler Frauen, und auch das von Vicky Leenders. Doch was hat sie mit Frank Hagedorn zu tun? Ganz allein kann sie den Fall nicht lösen, und am Ende warten eine Menge Überraschungen auf sie …


Blitzi, Lokalreporter der besonderen Art, braucht neues Material. Er muss sich seine Kolumne zurückholen und um seinen Job kämpfen. Doch dazu braucht er unbedingt einige wichtige Informationen. Die herauszufinden sind kein Problem, aber wird er seinen Job retten können? Und als es dann zur Entführung von Tom Schneider kommt, hilft Blitzi sein journalistisches Know-how zur ganz großen Story. Und dann taucht auch noch die Kommissarin Nicole auf …


„Wie ich Brad Pitt entführte“ ist vollgepackt mit Protagonisten. Es gibt wenig Nebendarsteller, denn ohne all die Personen würde die Geschichte nicht funktionieren. Michaela Grünig hat drei Geschichten parallel erzählt. Diese Erzählweise ist nicht neu, und erfordert entsprechend eine gute Umsetzung die Michaela Grünig sehr gut gelungen ist. Zum einen gibt es die Kapitel mit Vicky, Linda, Tom, Max und auch Stefan. In einem anderen erfahren wir von der Suche nach Frank Hagedorn, durch Nicole, und ihre Bemühungen den Fall möglichst schnell und perfekt zu lösen. In weiteren Kapiteln wird Blitzi der Lokaljournalist in den Mittelpunkt gerückt.


Jeder der Hauptdarsteller hat einen ganz eigenen Charakter. Vicky selbst habe ich als anfangs leicht verwöhnt, mit einem starken Hang zur Naivität erlebt. Sie lebt in einer Traumwelt und wird nur von ihrer meist praktischen und recht rigoros veranlagten Freundin Linda in die Realität zurückgeholt. Tom selbst ist ein Schauspieler, wie er im Buche steht, und will einfach mehr als „Südstadt“. Nicole ist mir der unangenehmste Charakter gewesen, mit ihrer paranoiden, misstrauischen Art hat sie mich doch öfter genervt. Aber auch das gehört dazu, und es lässt einen verstehen, warum sie ihren Kollegen Max einfach nicht das Wasser reichen kann. Im Laufe der Geschichte erfährt man natürlich auch, warum sie so ist, aber dennoch wurde ich mit ihr nicht warm. Amüsant ist Blitzi. Blitzi ist das personifizierte Schwulsein und wirbelt gern auf vielen Hochzeiten rum.


Besonders gefallen hat mir, dass die Geschichte, entgegen anderer Romane dieses Genres, nicht vorhersehbar ist. Durch die verschiedenen Geschichten in dem Roman dreht sich manches Hin und Her und immer wieder vermutet man das Ende vor sich zu haben und dann ist doch alles anders. Im weiteren Verlauf der Geschichte fangen die einzelnen Kapitel an zu verweben und die Protagonisten begegnen sich immer häufiger. Dadurch wird die Geschichte wieder vorangeschoben und gipfelt letztendlich auf dem Polizeirevier, wo sich dann fast alle Protagonisten und Nebenfiguren über den Weg laufen.


Der Roman selbst ist sehr gut geschrieben, liest sich flüssig und durch die verschiedenen Perspektiven sehr lebendig. Die Geschichte selbst ist aus Vickys Sicht geschrieben. Das bedeutet, die Kapitel um Vicky liest man in der Ich-Form und die Kapitel um Nicole und Blitzi werden somit aus Vickys Sicht erzählt. Der Humor ist unterschwellig und kommt meist unerwartet. Dadurch wartet die Geschichte nicht mit einzelnen Gags auf, sondern ist rundum amüsant. Lediglich im mittleren Bereich gibt es eine kleine Phase, in der die Spannung etwas verloren geht und die Geschichte leicht dahinplätschert. Aber zum Ende nimmt sie wieder gut an Fahrt auf, und steckt weiter voller Überraschungen. 

 

Fazit:

 

„Wie ich Brad Pitt entführte“ ist ein wundervoller ChickLit Roman, der mit gut gesetztem Humor, einer tollen Schreibweise und sehr guter Umsetzung überzeugt. Ein Gesamtpaket mit klarer Leseempfehlung und fünf Schmetterlingen.


Infos zum Buch:

 

Verlag: Knaur Ebook

Seiten: 332

ASIN:   B00CPEFVMQ

 

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