[Rezi] Sara Winter - Neue Schwester, neues Glück

Kurzbeschreibung:

 

Erst durch das Testament ihres verstorbenen Vaters erfährt Luisa, dass sie eine Halbschwester hat. Gemeinsam erben sie einen bayrischen Gutshof und ein Vermögen. auf dem Gut erfährt Luisa allerdings nur Ablehnung. Marlene scheint sie zu hassen und auch Christoph, ein guter Freund der Familie, sähe es lieber, wenn Luisa gleich wieder abreisen würde. Doch Luisa ahnt, dass mehr hinter Marlenes Verhalten steht und beschließt, zu bleiben. Wird sie es schaffen, ihre neue Schwester für sich zu gewinnen und ihr zu helfen? Und da ist auch noch der geheimnisvolle Felix, mit dem sie entgegen allen Warnungen Freundschaft schließt. Wird er ihr Herz erobern? Luisa kämpft um ihre Schwester und um ihr Glück ...

 

Quelle: Amazon

Rezension:

 

Luisa, eine junge Frau Mitte 20, hat ihren Vater nie kennengelernt und ihre Mutter hat sich auch immer sehr bedeckt mit Informationen gehalten! Doch jetzt ist alles anders. Luisas Vater ist tot, und sie hat gemeinsam mit ihrer Halbschwester ein kleines Vermögen geerbt. Nichts ist größer als Luisas Drang ihre Schwester kennenzulernen. Sie möchte wissen, wer mit ihrem Vater aufwachsen durfte und Marlene für sich gewinnen. So reißt Luisa nach Salbrunn. Dort begegnet ihr nicht nur Marlene, sondern auch Christoph, Marlenes Cousin. Ebenso wie Marlene steht er ihr feindselig gegenüber. Die einzigen Menschen, von denen Luisa herzlich empfangen wird, sind die Haushälterin Brigitta und die Stallburschen Johannes und Felix. Und dann ist natürlich noch ihre Mutter Anna, Und dann ist natürlich noch ihre Mutter Anna, die in der ganzen Zeit ihr eigenes Glück findet.

 

Das alles verspricht einen Roman mit viel Charme und ein bisschen Dramatik. Doch aus meiner Sicht ist es der Autorin nicht gelungen den Roman so umzusetzen, wie es durchaus möglich gewesen wäre!

 

Das die Geschichte selbst leicht vorhersehbar ist schreibe ich dem Genre zu und finde ich gut. Sara Winter hat versucht in den üblichen Schemen des Romance zu bleiben. Aber um das gelungen umzusetzen, fehlt mir die Tiefe der Charaktere, insbesondere der Protagonisten. Natürlich steht Luisa im Vordergrund, aber sie bleibt mir dabei wahnsinnig fremd. Man erfährt als Leser nur das Nötigste über sie, und das wirkt eher wie Fakten, weniger als Charakter. Ebenso erging es mir mit Christoph. Viele Fakten, wenig Gefühle. Das Gleiche mit Marlene, Brigitta, Felix und allen anderen. Sie blieben oberflächlich, keiner ließ tief blicken, bei keinem konnte man Gründe fürs Handeln erkennen. Geschweige denn Gefühle.

 

Diese Oberflächlichkeit der Charakter zieht sich dadurch leider auch durch die Buchdialoge. Ebenso wie die Personen schnell abgehandelt sind, sind es leider auch die Gespräche zwischen unseren Darstellern. Sie versuchen einerseits Gefühle vermitteln, andererseits geht plötzlich alles zu schnell, weil ich als Leser einfach das Gefühl nicht empfunden habe. Viele Dialoge werden innerhalb kürzester Zeit abgehandelt, andere wiederum sind komplett überflüssig.  Als es dann plötzlich um die Liebe geht, überrennt diese einen förmlich, weil man damit noch nicht gerechnet hat und es auch einfach nicht glaubwürdig erscheint. Und das kleine bisschen Dramatik das sich versucht aufzubäumen, auch das kommt nicht glaubwürdig rüber. Leider.

 

Letztendlich möchte ich auch den Schreibstil nicht außer Acht lassen. Dieser wirkt relativ flüssig und ermöglicht einen guten Lesefluss. Aber auch da komme ich nicht umhin zu erwähnen das mir der Eindruck vermittelt wird ich würde ein Jugendbuch lesen. Mehrmals musste ich mir ins Gedächtnis rufen, das die Protagonisten eigentlich schon Mitte 20 sind. Vielleicht wird der Eindruck aber auch durch das Gesamtpaket erweckt. Ein kleines Plus am Ende gibt es aber doch. Durch seine einfache Art liest er sich angenehm flott und eignet sich daher sehr gut als Geschichte zwischendurch und so vergebe ich letztendlich zwei Schmetterlinge an dieses Buch.

 

Fazit:

 

Neue Schwester, neues Glück ist ein Roman, der trotz guten Potenzials über seine einfachen Strukturen nicht hinausgewachsen ist und mich somit nicht überzeugen konnte.

Infos zum Buch:

 

Verlag: Traumstunden Verlag Essen

Seiten: 236

ISBN:    978-3942514224

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